Donnerstag, 1. Juni 2017
Profanes und Sakrales
Nur so am Rande: Absolut geil, wie ich die Seitenleiste dieses Blogs habe verschwinden lassen, sodass ich nix mehr machen konnte. [insert infantiles Emoji] <-- Man beachte, wie die inneren Instinkte durch Bezeichnen als "infantil" herabgewürdigt werden sollen, offensichtliches Zeichen von Selbsthass, Hass an der Welt (…)

Womit wir beim Thema wären. Ich bin so mürrisch wie schon lange nicht mehr. XDDD Lololol just fucking kidding. Ich bin eigentlich recht heiter drauf (nicht zuletzt aufgrund der hilarity meines Unsichtbarmachens der Seitenleiste und dass ich das erst jetzt gemerkt habe), wollte aber eigentlich was Launiges schreiben wie:

Die Hölle, das sind die anderen. In der U-Bahn fahren ist keine Hölle: Es ist profan, nicht sakral; in der U-Bahn (z.B. Ringbahn) fahren am Freitag- oder Samstagabend: Das ist die Hölle. (Weil Fetisch.) So viele Seelen, die von einem Tempel (Macbook Pro zuhause) in andere Tempel (Bar oder Tanzveranstaltung) rennen, die ihre Lippen mit Fetisch beschmieren, weil sie sich davon Kräfte erhoffen; mit ihren Mini-Tempeln in der Hand dokumentieren sie die vermeintliche Nähe zu anderen Gläubigen und senden es in den Äther in der Hoffnung auf Manifestation. Pray, bitches! Pray! (also, nicht direkt natürlich. Atheismus ist ja das aktuelle In-Ding, bloß nicht zugeben, dass dies ein einziger großer Götterverehrungsakt ist.)

Wir schreiben das Jahr zweitausendundSIEBzehn. Sprich: es sind knapp 10 Jahre vorbei seit twothousandandLATE. Was heißt das? Götterdämmerung, Himmel kracht ein? Midgardschlange kommt und beißt uns in den Schwanz (haha)? (dich beißt höchstens ein alter Homo in den Schwanz mit trockenen Lippen, erwartend, dass es erregend sei. Pro-tipp, also für ihn: Gib das Sexleben auf und lies ein Buch.)
Jedenfalls sind es zwei Jahre nach der Zerstörung. In deiner Brust klafft ein riesiger Krater, auf dem Crystal Gems eine Zivilisation errichtet haben und kleine Jungens (Steven U.) verurteilen. Ein Untergrund hat sich gebildet, das Ganze beginnt, interessant zu werden; eine Verbindung nach außen (via Lars) ist möglich.

Ich vermisse dich still. Das Schlimme ist, du warst nie weg, du bist kein Zombie, weil nie gestorben, du bist kein Geist, kein Buch klappert, keine Kette rasselt. Was dagegen rasselt? Mein Handy. Voller Angst blicke ich darauf, dass es eine lebenszerstörende, lebens-verstörende Email von dir ist, du Arsch, doch es ist nur ein Newsletter. Zum Teufel! Meine Fashion leidet unter deinem Wesen, und damit das Wohl der Welt.

Ich sitze in einem Kloster und bete, schreibe Bibeln ab. Verziere sie mit Gold und Stuck (haha). Du sitzt zuhause in deinem Strohhaus, tötest Leute und hängst sie verkehrtrum auf, oder was immer du auch tust, und dann, wenn im Frühling das Meer enteist, ziehst du mit deinen Horden los, dringst in mein Heiligtum ein, isst meine Hostien und lässt mich den Rest des Jahres traumatisiert zurück. (Die Pyxis nimmst du mit und trinkst daraus Apfelschorle) Ich weiß nicht, ob du fähig bist, Land zu beackern, doch langsam glaube ich zu erkennen, was du bist. Vielleicht.

Was ruft der Zuschauerchor?